Sonntag, 16. September 2012

Max Broll zum dritten--Verbesserungswürdig!

Nun sendet mir der Haymon Verlag, dem ich an dieser Stelle dafür auch einmal ausdrücklich danken möchte, die Rezensionsbücher per EMail als epub -Datei. Mit dem neuen reader sind sie dann flugs gelesen.
Anbei meine Rezension, veröffentlicht, wie  üblich auf amazon.
Ja, ein bisschen bin ich von dem neuen Krimi von Bernhard Aichner enttäuscht. Zu morbid, etwas zu effektheischerisch kommt er mir daher. Es muß nicht jede makabere Szene bis zum Ende ausgereizt werden, manchmal wäre weniger mehr und besser der Phantasie des Lesers überlassen.
In allem kein schlechter Krimi, aber ich hoffe auf zukünftige, bessere Fälle für Max Broll.



Max Broll, der Totengräber, erlebt in diesem neuen Krimi von Bernhard Aichner seinen dritten, na sagen wir einmal, Kriminalfall.
Das schon aus den ersten und dem zweiten Roman um Max Broll bekannte Personal taucht auch hier wieder auf.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht dieses Mal der Ex-Fußballprofi Baroni.
Die Geschichte ist einfach: Ausgeweidete Leichen tauchen bei Baroni auf, die dieser, so makaber es klingt, entsorgen soll. Baroni ist erpressbar, da er sein Fußballvermögen in der Zwischenzeit so ziemlich verzockt hat. Und er hat, natürlich über seinen Kumpel Broll entsprechende Möglichkeiten. Beim ersten Mal versüßen Baroni 20000,- € die Arbeit und die Leiche verschwindet im Grab der nächsten Beerdigung. Schon bald aber stellen Baroni und Broll fest, die Geschichte wird so einfach kein Ende haben und ihnen schwant, daß der Hintergrund der Leichen im Organhandel liegt. Also muß eine Lösung her, aber welche? Kurios und abgedreht machen sich also unsere Helden an die Arbeit, die Verbrechen aufzuklären.
Bernhard Aichner veröffentlicht hier einen Krimi, der erneut von seinen Charakteren und Stimmungen lebt. Dieses dehnt er aus bis zum Anschlag. Dabei bedient er sich immer häufiger doch einer sehr morbiden Art und Weise des Schreibens. Eigentlich ist ihm nichts mehr heilig.
Natürlich handelt es sich um einen Krimi, aber die Beschreibung so mancher Szene stößt doch an Grenzen. Und dabei hilft es auch sehr wenig, daß Humor dabei ist.
Nicht jeder Zweck heilig irgendwo die Mittel. Trotz aller morbiden, bemüht humorvollen, Schilderungen darin, will sich ein uneingeschränktes Lesevergnügen nicht vollständig einstellen. Nein, es sprang der Funke nicht über. Dabei kann Aichner stark schreiben. Besonders da, dies fiel mir schon bei den ersten beiden Broll-Krimis auf, wenn sich Broll und Baroni, sagen wir einmal, über den Sinn des Lebens unterhalten. Herrliche, wortkarge, auf den Punkt geschriebene Dialoge. Hintergründig bis platt, aber niemals langweilig.
So blieb bei mir ein zwiespältiger Eindruck dieses Krimis zurück. Gute Dialoge, gefestigte Charaktere, dem gegenüber, makabere Szenen, die sehr häufig schlicht in ihrer Schilderungen daneben gingen.
Was bleibt weiter, genug Ansätze in der Geschichte, die Fortsetzungen erwarten lassen, die dann hoffentlich stärker ausfallen werden. Denn eins ist sicher: Max Broll hat das Potenzial!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen