Freitag, 16. März 2012

Giuseppe Tomasi di Lampedusa--Die Sirene, Erzählungen

Guiseppe Tomasi di Lampedusa, der große italienische Dichter, mit dem eigentlich kleinen, übersichtlichen Werk hat diese Sammlung von Erzählungen, Kurzprosa 1961 veröffentlicht. Nachdem großen Erfolg seines Romanes Der Leopard.
Hier also eine kleinere Form. Vier kurze Erzählungen, wobei die letzte, Die Stätten meiner Kindheit, eher eine Beschreibung seiner frühen Jugend in Sizilien ist. Die Kindheit mit seinen Eltern, die Ferien im Landhaus und immer wieder seine Heimat, Sizilien. Die Hitze, die Sonne und das Meer sind Eckpunkte in den Erzählungen. Eine unglaubliche Verbundenheit mit Land und Leute ist spürbar.
Eine wunderbare Sprache entwickelt sich in der Erzählung Die Sirene. Die Geschichte des Professors, der in seinem Leben nur eine Liebe kannte, die zu diesem Fabelwesen.
Ein anderer di Lampedusa entdeckt der Leser in Freude und moralisches Gesetz. Ein ärmlicher Buchhalter erhält sein dreizehntes Monatsgehalt und kann damit endlich seine Schulden bezahlen, muß aber gleichzeitig den Spagat der Ehre schaffen. Es ist der Ehre geschuldet, da er noch in der Schuld eines Advokaten steht, dem er einen großen Auftrag zu verdanken hat. Dieses gelingt ihm: Die Ehre ist gerettet.
Hier ist di Lampedusa seiner Sprache ganz anders, karg, knapp nicht so prosaisch wie in den anderen Erzählungen. Der Zwiespalt wird dargestellt. Die sozialen Gegensätze werden plastisch, aber auch das Kleben an der Ehre, die jede Armut, jede Bedenken überschattet.
Der Leopard kommt auch auf die Liste der interessanten Bücher!

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