Sonntag, 18. März 2012

Peter O. Chotjewitz--als würdet ihr leben/Mein Freund Klaus

Das Peter O. Chotjewitz einer meiner Liebnlingsschriftsteller ist, habe ich bereits mehrfach hier angesprochen.
Der Roman als würdet ihr leben beschreibt die Gedanken und Ansätze eines jungen Mädchens, welches man als hochbegabt beschreiben könnte. Nicht nur die Innensicht des Mädchen werden dargestellt, sondern der Roman ist auch eine detaillierte Schilderung der gesamten Familie. Diese Familie trifft sich und alle kommen zusammen. Alle skurrile Charaktere, alle schrägen Vögel, alle Gescheiterten und Nichtgescheiterten, irgendwie haben sie sich hier versammelt. Und dazwischen dieses hochbegabte Mädchen, das sich mittlerweile von einem dieser schrägen Vögel eine Waffe besorgt hat und nun darüber nachsinnt, welcher Verwandte nun das Opfer seines Mordanschlages sein soll. Viele kommen in Betracht, aus vielen verschiedenen Gründen.
Warum will dieses Mädchen, an der Schwelle zum Erwachsenen, diese eigentlich ungeheuerliche Tat begehen? Gründe gibt es da viele, genauso, wie es viele Gründe gibt, es nicht zu tun. Letztendlich...., es sollte der Leser sehen, ob nicht oder doch.
Peter O. Chotjewitz ist, wenn ich sein Werk richtig einschätze, seiner Linie immer treu geblieben.
Schnörkellose Romane, interessante literarische Ansätze, die mich immer wieder verblüffen. Ein unbeugsamer Schriftsteller, der seine Meinung in langen Jahren immer vertreten hat. 
Besonders ist mir das in seinem "Roman" Mein Freund Klaus aufgefallen. Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Leben von Klaus Croissant. Croissant, wie Chotjewitz von Beruf Rechtsanwalt. Jahrelang Strafverteidiger im RAF Umfeld und später dann tragische Gestalt im Zusammenhang mit  seiner Stasivergangenheit. Unbemerkt dann verstorben und eine Marginalie in der Geschichte der BRD. Chotjewitz beschäftigt sich ausgiebig mit diesem Leben. Und das angenehm anders. Da Chotjewitz auch ein Teil der RAFgeschichte ist, er verteidigte dort am Rande auch, ist sein Blickwickel natürlich ein anderer. Er kannte die Protagonisten, ihre Meinungen und dann später ihre Entwicklung. Leute wie Schily, Ströbele tauchen auf, wie viele andere auch. Nicht alle äußern sich zu Croissant, wollen wohl nicht mehr! Und so gelingt Chotjewitz ein überzeugendes Porträt des Rechtsanwalts Croissant. Ein gebrochener Mann, eine Gefangener seiner schon verqueren Weltsicht. Daran gescheitert und verzweifelt. Chotjewitz mußte dieses Buch "Roman" nennen. Aber in seiner Konsequenz ist es eine Biografie. Eine Biografie, die nicht so genannt werden durfte. Es zeigt sich wieder einmal, wie gefährlich die Wahrheit und vielleicht auch die Erkenntnis ist. Alles in allem ein lehrreiches Buch!

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