Samstag, 25. Februar 2012

Jan Peter Bremer--Still leben

Jan Peter Bremer habe ich als Autor kürzlich wahrgenommen in einer Literatursendung. Ich meine, es wäre die Sendung "Literatur im Foyer" (gibt es die?) gewesen. Dort war als Interviewpartner zur Vorstellung seines neuen Buches. Schon das Interview weckte mein Interesse an diesem Autor. Ein Autor, der als Meister der kleinen Formate gilt. Als ich dann den "Kurz"roman, so der Untertitel des Buches im modernen Antiquariat sah, mußte ich ihn natürlich mitnehmen.
88 Seiten sind schnell gelesen und genauso schnell ist der Leser von diesem Buch verwirrt. In den Kritiken zu diesem schmalen Roman las ich Attribute wie   "kafkaesk". Fest steht, daß Still leben ein nicht gewöhnlicher Roman ist. Eine namenlose Person schreibt Briefe aus einem Haus in den Bergen an einen Freund. In diesen Briefen kommt zunehmend zum Ausdruck, daß die Situation in dem Haus immer skurriler wird. In diesem Haus lebt der Namenlose mit seiner Familie. Ort und Zeit sind unbestimmt und spielen auch keine Rolle! Immer wieder werden kleine Begebenheiten in den Briefen geschildert. Wirklich erklärt wird allerdings nichts. Und so bleibt am Ende alles offen und der Leser etwas ratlos zurück, warum auch nicht. Sprachlich überzeugt Jan Peter Bremer auf ganzer Linie. Ein genauer Beobachter der kleinen Dinge. Und er ist in der Lage, den Leser, trotz der Fragen, die dieses Buch letztendlich aufwirft, zu unterhalten und gespannt zu machen auf andere Bücher von ihm!

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