Sonntag, 23. Oktober 2011

Historischer Krimi aus (Duisburg) Ruhrort

Silvia Kaffkes Roman Das rote Licht des Mondes ist angesiedelt in Ruhrort im Jahre 1854. Daher die Überschrift, denn zur damaligen Zeit ist Ruhrort noch eigenständig. Es ist die Zeit der beginnenden Industrialisierung der Rhein-Ruhr-Region. Bestialische Morde, verübt durch eine "Sekte" beschäftigen den Kommissar in einer Welt, die sich an der Schwelle zu einer neuen Zeit  befindet. Eine Liebesgeschichte und die Emanzipation der weiblichen Hauptfigur kommen hinzu. Die Düsternheit der engen Gassen, das Elend der Arbeiter und dagegengestellt die wohlgeordnete Welt der Honorationen, Kaufleute und Fabrikbesitzer, daß alles stellt Silvia Kaffke eindrucksvoll dar. Kein Wunder, lebt sie doch in Ruhrort und ist gebürtige Duisburgerin. Das sie ursprünglich Kriminalromane erfolgreich schrieb, merkt man dem Buch an. Die Geschichte ist gut angelegt, die Spannung auf den Punkt gebracht, wenn auch die Hintergründe der Sekte etwas mystisch sind, etwas im Verborgenen bleiben. Somit ein Roman, der absolut empfehlenswert ist.
Überhaupt hat das Ruhrgebiet in den letzten Jahren, so seit ca. 20 Jahre, eine lebhafte Krimiszene hervorgebracht. Einige Romane habe ich ja schon vorgestellt. Geht man von West nach Ost, so findet man in jeder größeren Ruhrgebietsstadt Autoren, die ihre Stadt zur Kulisse von Krimis machten. Nun auch das historische Ruhrort. Es paßt und zeigt, wie interessant und spannend diese Szene ist. Nun gut, literarische Höchstleistungen darf man nicht erwarten, jedoch viel Lokalkolorit und nicht zu vergessen, den Wiedererkennungsfaktor. Und viel typischen Ruhrgebietshumor, den die Protagonisten brauchen, um in diesem Landstrich ein Bein auf die Erde zu bekommen! Und da stellt Das Rote Licht des Mondes eine gelungene Ergänzung dar!

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