Sonntag, 8. Mai 2011

In der 1. Liga der historischen Romane! Petra Schier, Das silberne Zeichen

Petra Schier hat eine Gabe als Autorin, die mich beeindruckt. Sie ist in der Lage, den Leser schnell und überzeugend an ihre Bücher zu fesseln, zu binden. Und dieses ohne in ihren Romanen große Show Effekte einbauen zu müssen. Sie erzählt Krimigeschichten, ohne dabei auf Effekthascherei zu schielen. Braucht ein anderer Autor ausgeklügelte Mordszenarie, besonders angelegte Ermittler, so gelingt dies Petra Schier dagegen mit der Figur der Marysa, einer intelligenten, starken Frau im 15ten Jahrhundert. Eine eindrucksvolle, sich gegen eine Männerwelt durchsetzende Frau. Und besonders wichtig dabei, immer glaubhaft durch Petra Schier geschrieben. Eingebettet sind die Geschichten zudem noch in die historische Kulisse der Stadt Aachen, sowie gespickt mit zahlreichen Detailinformationen über das gesellschaftliche Leben damals und den Aufbau der Handwerkerzünfte, sowie dem Gerichtswesen. Also absolut empfehlenswert!


Die Reihe um Marysa umfaßt folgende Bücher:


Die Stadt der Heiligen
Der gläserne Schrein 
Das silberne Zeichen

Das ist er also nun, der dritte Teil der Geschichten um Marysa und ihrem geheimnisvollen Freund Christoph. Und, vorweg, sehr gelungen ist dieses Buch. Marysa harrt in Aachen der Ankunft ihres Freundes Christoph. Dieser hat Aachen verlassen, um Dokumente beizubringen, die seine Person und seine Herkunft bestätigen. Marysa kann seine Ankunft kaum erwarten, ist sie doch schwanger von ihm. Doch was wäre Marysa ohne Kriminalgeschichte. Nicht lange dauert es und schon findet sich Marysa in einem Geflecht von Lügen und Intrigen wieder. Und wieder ist sie, als erfolgreiche Frau, Zielscheibe des Hasses und des Zorns der Männer in ihrer Umgebung. Wer ist für sie Freund, wer Feind? Selbst als Christoph endlich heimkehrt und sich die Geschichte eigentlich zum Guten wenden sollte, gelingt es Petra Schier noch zahlreiche Verwicklungen aufzubauen und falsche Fährten zu legen. Marysa kommt in ihrem Leben halt nicht auf dem einfachen Weg zu ihrem Glück; nein sie muß Irrungen standhalten und Wirrungen aushalten. Das aber auch eingebettet in einer starken Familie, die sie hält. Und somit ist es eine interessante Krimigeschichte, die den Leser mit fiebern läßt. Und es ist vor allen Dingen eine Krimigeschichte, die man Petra Schier im historischen Kontext abnimmt.
Petra Schier gelingt es in dieser Trilogie von Anfang an mit einer adäquaten Sprache Spannung aufzubauen. Es bedarf keiner besonders ausgeklügelten Todesfälle, keiner noch so kompliziert aufgebauten Geschichten um eine Spannung, eine Fesselung des Lesers an die Geschichte zu erreichen. Petra Schier erreicht das mit grundsoliden Charakteren, starken Hauptfiguren und einem profunden Kenntnisstand über die Stadt Aachen im Mittelalter. Das sind die Stärken von >Das silberne Zeichen<. Aber nicht nur von diesem Roman, sondern von der Konzeption der gesamten Reihe um Marysa und Christoph. Der Leser fiebert halt mit, er ist in der Geschichte. Die Figur der Marysa, diese Frau des 15. Jahrhunderts, ist in ihrer Konzeption eigentlich schon als modern zu bezeichnen; und dennoch in der Zeit des Mittelalters glaubhaft.
Und immer wieder gelungen in den Romanen um Marysa ist das Umfeld. Die Stadt Aachen im 15. Jahrhundert wird lebendig vor den Augen des Lesers. Es zeigt sich dort, daß Petra Schier eine profunde Kennerin der Zeit ist. Die Schilderung  ist stimmig und atmosphärisch dicht.
Und so bleibt als Fazit dieses Romans um Marysa, sowie bezüglich der ganzen Reihe, der Leser erhält außerordentlich lesenswerte  historische Romane.

1 Kommentar:

  1. Ganz herzlichen Dank für diese wunderbare Rezension, die ich natürlich auf meiner Homepage verlinken werde.

    Liebe Grüße
    Petra Schier

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