Donnerstag, 21. April 2011

Bernhard Aichner, Die Schöne und der Tod-abgedrehter Krimi!

Bernhard Aichners erster Krimi Die Schöne und der Tod ist bemerkenswert.
Eine Geschichte voller abgedrehter Charaktere, handeln in einem kleinen, österreichischem Dorf. Dort lebt der Totengräber Max Broll. Eigentlich war er auf dem Weg, ein erfolgreicher Journalist zu werden. Doch sein Vater, auch Totengräber, erkrankte und so kehrte Max heim, um seinen Vater zu pflegen. Nach dem Tod des Vaters, bleibt Max im Dorf und übernahm die Stelle als Totengräber. Und mit ihm lebt dort Johann, Ex-Profifußballer, reich und berühmt, Hanni die Wurstverkäuferin und weitere, teilweise recht seltsame Zeitgenossen. Die beschauliche Ruhe in dem Dörfchen und in Maxens Leben wird gestört, als Marga, die Schwester seiner Ex-Freundin Emma Selbstmord in Wie begeht und auf dem Dorffriedhof beerdigt wird. Kurz nach der Beerdigung verschwindet die Leiche Margas und plötzlich befindet sich Max in einer absurden Kriminalgeschichte. Ja, absurd ist eine gute Charakterisierung des gesamten Romans und dazu ausgestattet mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors.
Bernhard  Aichner gelingt es in der Tat eine abstruse Geschichte auch voller Lebensweisheiten zu erzählen. Seltsam abgedrehte Personen bestimmen die Szenerie und liefern sich häufig aberwitzige, in einem Krimi nicht erwartete Dialoge.
Auch Max Broll, der Held der Geschichte, wenn man ihn so nennen möchte, ist voller Abgründe und Verhaltensmuster, die als, gelinde gesagt, seltsam, verschroben bezeichnet werden müssen. So liegt er, wenn er ein Grab ausgehoben hat, gerne einmal in der Grube. Vor allem im Sommer frönt er dieser Leidenschaft. Das diese ihm beinahe das Leben kostet, so hier verraten werden. Aber, all diese Liebenswürdigkeiten passen zusammen und tragen so die Handlung des Romans.
Aichners Krimi hat aber auch noch eine andere Stärke aufzuweisen. In seiner herrlichen Abgedrehtheit hat er bei mir erreicht, daß ich das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt habe, bis zum Kern der Geschichte  vorgedrungen war. Und es lohnt sich! Auch sprachlich; gelingt es Aichner doch durch eine knappe, lakonische Sprache den Leser zu fesseln und neugierig zu machen. Besonders hervorzuheben sich die Dialoge. Auch hier, kurz, knapp auf den Punkt  gebracht und immer mit einem augenzwingerndem Witz versehen.
Und damit bleibt eigentlich nur festzuhalten, daß hier ein herrlich böses Krimierstlingswerk vorliegt. Die Figur Max Broll verlangt geradezu zu einer Fortsetzung, seien wir gespannt.

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