Donnerstag, 11. August 2011

Ulrich Wickert, Die Wüstenkönigin---Friedrich Ani---Die Tat

Zwei Krimis von deutschsprachigen Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ulrich Wickerts, Die Wüstenkönigin handelt von dem französischen Untersuchungsrichter Jacques Ricou, der öfter schon Held der Wickertschen Krimis war. Nationale französische und internationale Verwicklungen sind Gegenstand dieses Krimis. Alle Versatzstücke der französischen Kultur hat der frankophile Wickert verarbeitet. Gutes Essen, die Restaurants und Bistros von Paris tauchen auf, die Empfänge und das bourgeoise Leben ganz allgemein. Seltsam platt wirkt das alles auf mich, blutleer. Die Figur des Untersuchungsrichters Ricou überzeugt nicht. Zu schematisch, mit nur positiven Akzenten besetzt, agiert sie gegen schier übermächtige Gegner. Dabei wird natürlich nicht der Genuß vergessen. Nein, mich hat diese Konstruktion nicht überzeugt.

Anders dagegen Friedrich Ani, Die Tat. Ani beschreibt in diesem Krimi tagtägliche Polizeiarbeit. Gesucht wird eine dreifach Mörder. Die Münchener Polizei scheut sich, den Begriff Serientäter zu verwenden, da zwischen den einzelnen Morden so recht keine Gemeinsamkeiten zu finden sind. Und so bedient sich das zuständige Kommissariat der Hilfe des ursprünglichen Leiters Vogel, der erblindet ist nach einem Dienstunfall. Sein Sohn ist nun auch in der Mordkommission tätig und so bezieht der Krimi auch durch die persönlichen Verflechtungen seine Brisanz. Keine strahlenden Helden, gestriegelte Überflieger sind hier an der Arbeit, sondern zweifelnde Polizisten, immer schwankend zwischen Erfolg und dem Gefühl, von allen Beteiligten angelogen zu werden. Die Spannung, für einen Krimi absolut erforderlich, ist da. Gut, gegen Ende flacht die Kurve etwas ab, dennoch verliert Ani nicht seine Linie. So zeigt Ani auf knapp 190 Seiten, daß Krimi auch anders geht. Es kommt nicht so sehr auf besonders perfide Morde an, nein, es reicht schon aus, in die dunklen Tiefen der bürgerlichen Seele einzudringen.

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