Mittwoch, 2. Dezember 2009

Vladimir Sorokin; Bro

Es ist ein verstörendes Buch. Die Geschichte der "Lichtgestalten", die sich auf der Erde sammeln, 23000 sollen es am Ende sein. Sie sammeln sich, weil die Geschichte der Menschen gescheitert ist. "Ljod" ist das Zauberwort, der Stoff, der 1908 bei Tunguska auf die Erde gekommen sein soll. Eis ist es und mit diesem Eis werden die Lichtgestalten zum Leben erweckt in einem durchaus barbarisch zu nennenden Ritual. Und so entsteht eine Sekte, die wie jede Sekte, sich überlegen fühlt. Die Menschen, Sorokin nennt sie "Fleischmaschinen"sind dem Untergang geweiht. Und so schreibt Sorokin in guter Tradition der sowjetischen Science-Fiction Literatur ein Buch über den Verfall und über den Totalitarismus. Die Menschheit hat in diesem Buch keine Perspektive, aber auch nicht die sektirerischen "Lichtgestalten".

Konsequent aus der Sicht der "Lichtgestalten" geschrieben, bietet dieses Buch keine Lösung, höchstens die, daß es keine gibt.  Alles in allem aber ein Buch, das gerade aus diesem Ansatz heraus absolut lesenswert ist.


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