Samstag, 31. Dezember 2011

Trotz Längen, erneut gute Unterhaltung durch einen Roman von Petra Schier

Petra Schiers Bücher habe ich auf diesem blog schon an anderer Stelle vorgestellt. Hier ihr neuester historischer Roman. Ein bißchen hat mich dieser Roman enttäuscht. Zwar gelingt es Petra Schier erneut durch eine gekonnte Sprache den Leser zunächst an das Buch zu fesseln, doch schlußendlich verliert der Roman etwas an Fahrt. Etwas straffer hätte aus meiner Sicht die Geschichte angelegt werden können, aber dennoch, gute Unterhaltung allemal bietet der Roman. 

Petra Schier entführt den Leser mit ihrem neuen Roman in das Mittelalter, in die Stadt Koblenz.
Luzia, eine junge Frau von niederem Stand hat zusammen mir ihrem Bruder eine Pestepidemie überlebt und wurde von Elisabeth von Manten liebevoll aufgenommen. In Koblenz lernt sie nun Martin Wied kennen, ein erfolgreicher Händler. Dieser ist durch einen furchtbaren Brand entstellt. Wied bittet Luzia ihm auf dem Jahrmarkt an seinem Stand für Gewürze zu helfen. Dieses gelingt gut, da Luzia, selten für die damalige Zeit, als Frau lesen, schreiben und auch sehr gut rechnen kann. Zärtliche Bande zwischen den beiden entwickeln sich und der Leser kann gespannt mitfiebern, ob sich die beiden denn  nun letztendlich auch bekommen werden. Zahlreiche Widrigkeiten und Anfeindungen haben beide, aber in ersten Linie Luzia, zu ertragen. Es wäre nicht ein Roman von Petra Schier, wenn nicht ein glückliches Ende zu erwarten wäre.
Petra Schiers Romane, und es ist nicht der erste, den ich lese, haben häufig starke Frauenpersönlichkeiten zum Thema. So auch hier. Luzia ist so eine Frau. Eine Frau im Mittelalter, auf sich alleine gestellt, sie und ihr kleiner Bruder sind die einzigen, die nach der Pest von der Familie übrig blieben. Sie beißt sich durch auch mit der Hilfe ihrer Freundin Elisabeth von Manten.
Petra Schier gelingt es auch mit diesem Roman erneut eine interessante Frauengestalt dem Leser nahe zu bringen. Die Figur ist plastisch, sympathisch und glaubwürdig. Die Dialoge gelungen entwickelt, auch so, daß der Leser die Schlagfertigkeit und Intelligenz der Hauptfigur als sehr glaubhaft empfindet.
So entwirft Petra Schier denn auf  543 Seiten, nebst Anhang,  ein schon beeindruckendes historisches Bild. Aber, dies ist auch ein bißchen das Manko des Romans. Die Geschichte ist aus meiner Sicht etwas zu breit und langatmig angelegt. Schon schnell ist dem Leser eigentlich klar, daß Luzia und Martin für einander gemacht sind. Eine gewisse Vorhersehbarkeit ist da. Etwas straffer hätte die Geschichte erzählt werden könne, ohne das es ihr zum Nachteil gereicht hätte.
Dennoch ist es kein schlechtes Buch. Petra Schier ist eine Könnerin in ihrem Metier. Die Sprache paßt und der Roman, ist trotz der Längen, flott und unterhaltsam zu lesen. Und das ist es, was ich an den Romanen von Petra Schier so schätze: auch wenn sie kleine Mängel haben, sind sie gut geschrieben und recherchiert.  Ein Autorin, die gute Arbeit in ihren Romanen für ihre Leser abliefert!

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