Freitag, 9. September 2011

Robert R. McCammon, Unschuld und Unheil, eine Reise in das Amerika der 60er Jahre.

Robert R. McCammon ist eigentlich als Autor von Horrorliteratur bekannt geworden. Mir war er bislang überhaupt nicht bekannt. Der Roman stand im Regal, wie er da hin kam, keine Ahnung. Wahrscheinlich eines der unzähligen Bücher, welches auf dem Flohmarkt, im modernen Antiquariat gekauft wurde.
Egal, ein spannendes, fesselndes Buch!
 
Es schildert die Geschichte des Cory Jay Mackenson im Jahre 1964 in Alabama in der Kleinstadt Zephyr. Unterteilt ist der Roman in 4 Kapitel, die den Jahrezeiten entsprechen. Es beginnt mit einer unheimlichen Begegnung Corys und seines Vaters auf einer Landstraße, die sein und das Leben seines Vaters grundlegend verändert!
Das es um Mord geht und sich irgendwo im Buch eine Geschichte darum rankt, ist eigentlich eine Nebensache.
Hauptsache des Buches ist das Amerika der 60 er Jahre, das beginnende Erwachsenwerden der Jungen und damit verbunden die Sorgen der Eltern. Der noch offene Rassimus, das Wort "Nigger" wird öffentlich ausgesprochen. Hauptsache ist auch der Ort, die Stimmungen in diesem Ort in den jeweiligen Jahreszeiten und die skurrilen Personen an allen Ecken und in allen Häusern! Wie zB Owen Cathcoate, der sich bei Friseur rühmt, bei der Schießerei am O. K. Corral einen Mann getötet und damit das Leben von Wyatt Earp gerettet zu haben. Herrlich vom Autor ausgeschmückt und ironisiert, da natürlich dem alten Mann niemand glaubt. Aber der alte Herr wird es noch seinen Kumpels zeigen und in einer brenzligen Situation eine wichtige Rolle spielen. Auch der Großvater, Jaybird, ist ebenfalls eine dieser verschrobenen Charaktere.Und mitten drin Cory, der eine Antenne für das Schreiben hat und als Erwachener als gestandener Schriftsteller in den kleinen, verschlafenen Ort Zephyr für kurze Zeit zurückkehrt. Mit Familie an seiner Seite kommen ihm nocheinmal die Gedanken und Gefühle seiner Kindheit, wenn er durch den nun verfallenen Ort streift.
Ein schönes Ende, dieses Buchs, das sich zwar Thriller nennt, aber keiner ist.
Das ist auch gar nicht schlimm, sondern in diesem Falle gut für den Leser, der eine gut geschriebene, stimmige Geschichte voller Verschrobenheit und liebevoller Betrachtungen aus der Sicht eines 12 jährigen Jungen präsentiert bekommt!
Daher meine unbedingte Empfehlung: lesen

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